Auf zum Schwarzen Meer

Auf zum Schwarzen Meer

Durch 7 Länder, 2.500 Kilometer ans Schwarze Meer? Mit dem Rad? Alleine?

Genau das ist der Plan, aber erstmal zurück zum Anfang.

Die Idee bzw. besser gesagt die Inspiration für dieses Abenteuer bekam ich 2018. Ich war mit dem Rucksack durch Rumänien getrampt und gerade am Weg zum Donaudelta. Am Weg nach Sulina, der letzten Stadt an der Donau vor dem Schwarze Meer traf ich auf der Fähre einen holländischen Radfahrer der den gesamten Weg der Donau vom Ursprung in Donaueschingen bis zur Mündung geradelt war. Er erzählte mir von seinem Reiseabenteuer, welches er zum Start seiner Pension in Angriff genommen hat. Ich war sofort hin und weg, denn bis dahin wusste ich noch gar nicht, dass es einen Radweg entlang der Donau bis ans Schwarze Meer gibt. Die Idee an diesen Ort am Ende der Donau mit dem Rad zurückzukehren war in mir geboren.

Natürlich kann ich nicht bis zu meiner Pensionierung auf so ein spannendes Abenteuer warten. Da würde ich dann vermutlich auch erst im Jahr 2060 starten. Also musste es etwas früher sein – September 2022. Auch wollte ich diese Reise nicht irgendwo in Deutschland beginnen, sondern direkt vor meiner Haustür in Steyr wegradeln.

Es warten also rund 2.500 km von Steyr nach Sulina ans Schwarze Meer auf mich. Es geht durch die Slowakei, Ungarn, Serbien, Kroatien, Bulgarien und Rumänien. Bewältigen will ich diese Tour größtenteils solo mit meinem Gravelbike und einigen Packtaschen. Mein Tagespensum liegt bei etwa 100 km pro Tag, was bedeutet, dass ich ohne gröbere Zwischenfälle in rund 25 Tagen am Schwarzen Meer sein werde. Ich freue mich auf eine erlebnisreiche Zeit auf dem Rad und bete, dass mir der Regengott wohlgesinnt ist. Denn meine Ausrüstung beschränke ich auf das Notwendigste um Gewicht zu sparen. Campen finde ich zwar abenteuerlich aber Zelt, Schlafsack und Isomatte fehlen in meiner Packliste, so hoffe ich auf gastfreundliche Menschen entlang der Route, viele Couchsurfing und Warm Showers Gastgeber bei denen ich meine minimalistische Bekleidung auch mal waschen darf.

Nach vier Jahren im Großkonzern und einer großen bevorstehenden beruflichen und familiären Veränderung im Jahr 2023, ist für mich der perfekte Zeitpunkt für dieses Abenteuer. Ich möchte diese Reise für meine persönliche Weiterentwicklung nutzen. Die Zeit am Rad gibt mir Raum für Selbstreflexion die im Alltag oft viel zu kurz kommt. Ich werde mehr Klarheit bekommen was ich im Leben in den nächsten Jahren wirklich erreichen will. Dabei geht es mir bei der Reise nicht nur um das reine Abenteuer, meine körperlichen und psychischen Grenzen zu testen, sondern auch um neue Erkenntnisse über mich selbst, Bewusstseinserweiterung und dieses poröse Wort Selbstfindung.

Warum schreibe ich über die Reise, wenn ich sie doch nur für mich selbst mache und nach SKF eigentlich keine Karriere als Reiseblogger anstrebe? Übrigens bin ich ja eigentlich der Meinung, dass es davon ohnehin schon genug gibt.

Mein Traum und damit das Ziel dieses Blogs ist es, den ein oder anderen Menschen in meinem Umfeld oder vielleicht auch andere Personen die sich hier auf diesen Blog verirrt haben zu inspirieren, selbst rauszugehen und ihr eigenes Abenteuer zu erleben.

Ich bin überzeugt davon, dass das Wertvollste was wir besitzen unsere Zeit ist. Wir sollten diese kostbare Zeit die wir auf diesem Planeten haben, nutzen und nicht auf Netflix oder vorm Smartphone verschwenden. Spätestens in ein paar Jahren sind wir alle tot – das klingt hart, aber eine zweite Chance gibts wahrscheinlich nicht. Um es mit den Worten von Dieter Lange zu sagen: „Leben ist da wo du noch nicht warst. Alles andere ist Wiederholung.“ Am Ende des Lebens geht es doch darum unglaubliche Geschichten erlebt zu haben und viele, viele wunderbare Erinnerungen gesammelt zu haben.

Es würde mir unendliche Freude bereiten, ein klein wenig dazu beizutragen und jemanden zu inspirieren. Es muss sich keinesfalls um eine große Reise handeln. Abenteuer und unvergessliche Erlebnisse lassen sich auch in einem Tag oder in wenigen Stunden erleben. Wenn ich alleine eine einzige Person dazu bringen kann, sich auf ein neues spannendes Abenteuer einzulassen um wunderschöne, unvergessliche Erinnerungen zu kreieren, dann ist dieser Blog schon ein großer Erfolg.

Denn irgendwann ist es zu spät für später …

26 Gedanken zu „Auf zum Schwarzen Meer

  1. Moin Jacob!
    Eine beeindruckende Reise. Im Sommer sind wir bis Belgrad gekommen. 42 Grad und eine Tendenz nach oben hat uns dazu gebracht, die Tour dort zu beenden. Aber ganz los komme ich nicht von der Idee weiterzufahren. Besonders deine Reiseberichte sind verlockend.
    Wie war es mit den Hunden, zwischendurch hast du das angemerkt, aber wie war der Gesamteindruck? Übernachtungen haben auch problemlos geklappt?
    Grüße aus Bremen
    Timo!

    1. Hallo Timo,

      freut mich, dass du meinen Blog gefunden hast.
      Das sind ja zu heftige Temperaturen bei euch gewesen, versteh ich voll, dass es da nicht mehr weiter geht. 🥵
      Ich wünsche dir dass du Möglichkeit bekommst die Tour bis zum Schwarzen Meer fortzusetzen – es ist’s wirklich wert!
      Die Hunde sind sehr nervig und man muss echt die Nerven bewahren, aber wenn man ruhig bleibt und nicht mit den Füßen herumfuchtelt bleiben sie irgendwann zurück. Hab von niemanden gehört der gebissen wurde.
      Übernachtungen waren in Rumänien und Bulgarien eigentlich kein Problem, ich hab eigentlich nie vorgebucht und bin immer spontan vorbeigekommen.
      Alles Gute und lass mich wissen wenn du deine Tour fortgesetzt hast!
      Grüße aus Melk
      Jacob

  2. Hey Jacob,
    unglaublich was du für Sachen machst 🤩 ich wünsch dir unheimlich viel Spaß und tolle Begegnungen 😊 und komm natürlich heil wieder zurück.
    LG Lisa

  3. Lieber Jacob!
    Mega coole Sache! Ich wünsch dir, dass das Wetter weiterhin mitspielt und du ein Stück zu dir findest und gut mit dem alten Job abschließen kannst und dich mental auf die neuen Herausforderungen vorbereiten kannst! Mich hast du schon ein bisschen inspiriert sowas auch zu machen.. vielleicht nicht ganz so sportlich 🙂 alles Gute weiterhin!!

  4. Lieber Jacob,
    allein schon deine Zeilen hier sind unglaublich inspirierend und sprühen nur so vor Energie, Freude und Abenteuerlust. Ich wünsche dir eine unvergessliche Zeit, viele spannende Bekanntschaften und ganz viele Sonnenstunden! Bin schon gespannt, auf deine Erzählungen hier im Blog.
    LG Lili (vom Übungsleiterkurs)

  5. Jacob, what an amazing trip ahead of you! Exciting we can read your adventures with you. Stay safe and enjoy the ride to the Schwarzen Meer and in yourself. Take care!

  6. Lieber Jacob,
    ein mutiger Schritt für den du meinen vollsten Respekt verdient hast.
    Ich wünsche dir eine wunder-volle Reise mit vielen tollen Erkenntnissen, wenig körperlichen Schmerzen, wunderschöner Landschaft und eine Menge Möglichkeiten aus der Komfortzone zu kommen. Immer ausreichend Luft in den Reifen und netten Übernachtungsmöglichkeiten.
    Rundum eine magische Reise mit viel Spaß.

    Ich freue mich auf die Berichte hier.

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