Belgrad

Belgrad

Voll angekommen bin ich mittlerweile in Serbien – ein Land wie es widersprüchlicher nicht sein könnte.

Es ist extrem heiß hier in Serbien – während des Tages über 30 Grad – um 8 am Abend immer noch 27. Die Strecke heute verlief großteils auf Landstraßen, aber immerhin gibt es regelmäßige Wegweiser.

Nicht mehr sooo weit 😉

Am Weg von Novi Sad nach Belgrad fuhr ich kilometerlang neben Apfel Plantagen. Die Ernte ist derzeit voll im Gänge. Es dürfte ein gutes Jahr für die serbischen Apfelbauern sein. Ich wurde mit mehr Äpfeln beschenkt als in meinen Taschen Platz hatten. Die Gastlichkeit hier ist einfach unglaublich herzlich.

Den schönsten Moment erlebte ich heut als ich vor einem Supermarkt angehalten habe. Ein kleines Mädchen sprach mich an – natürlich habe ich kein Wort serbisch verstanden. Das Mädchen kam näher und… sie umarmte mich. Nach einer kurzen lieben Unterhaltung mit der Mutter verabschiedeten sie sich und das Mädchen umarmte mich nochmals. Ich war einfach überwältigt. Vielleicht war das ein Hinweis des Universums?

Nach ca. 100 km bin ich in Belgrad angekommen. Einer Stadt die schon lange auf meiner Liste steht und was soll ich sagen, sie hat meine Erwartungen vollkommen erfüllt. Zu Belgrad an sich gibt es so viele geschichtliche Ereignisse zu erzählen, das spare ich mir heute. Ein Tag bzw. ein halber sind natürlich zu wenig um alle Ecken zu besichtigen. Mein heutiger Host Ivan hat mich an einige schöne Plätze der Stadt geführt. Ostblock meets Gründerzeit und Moderne könnte es hier heißen. Da wären die Kathedrale des heiligen Sava, die Festung Kalemegdan, Nemanja Denkmal und der Platz der Republik. Ein Denkmal gibt es übrigens auch für einen gewissen Gavrilo Princip – er wird hier als Held verehrt.

Wie widersprüchlich das heutige Serbien ist, wird im Straßenbild von Belgrad sichtbar. Russische und serbische Fahnen nebeneinander auf großen Plätzen und Laternen. T-Shirts mit Putin Gesicht oder dem ominösen ‚Z‘ werden an den Ecken feilgeboten. Demonstrationen mit Kreuz gegen die Euro-Pride (wurde abgesagt aus Angst vor Ausschreitungen durch nationalistische Hooligans). Und das alles im Angesicht des Status als EU Beitrittskandiat – long way to go würd ich mal sagen.

100 km fühlen sich mittlerweile nicht mehr anstrengend an. Ich kann meine körperlichen Kapazitäten gut einschätzen. Wie das Wetter morgen wird, ist schon eine schwierigere Angelegenheit – es soll erstmals richtig regnen. Wo ich morgen übernachten werdeweiß ich übrigens auch noch nicht. Bis Belgrad habe ich jedes Etappenziel festgelegt und überraschend auch eingehalten – was jetzt kommt ist reines Abenteuer 😅

13 Gedanken zu „Belgrad

  1. Also ich würde laienhaft sagen: immer der Donau entlang, dann kommst du an dein Ziel! 😛 Bin mir sicher, es wird sich alles zu deinen Gunsten ergeben! 🌞

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