Bulgarien von West nach Ost

Bulgarien von West nach Ost

Wieder geht ein ereignisreicher Tag im Sattel zu Ende. Der Euro Velo 6 überschneidet sich hier im Norden Bulgariens mit dem Dunav Ultra, dem längsten ‚Radweg‘ Bulgariens. Dieser verläuft 740 km entlang der Donau quer durch Bulgarien vom Nordwesten bis ans Schwarze Meer im Nordosten. Der Rekord für diese Strecke liegt übrigens bei 38 Stunden. Wir brauchen ein paar Tage mehr – können dafür aber die Landschaft und die Dörfer genießen.

Zwischenzeitlich kamen wir heute in einen heftigen Regenschauer. Prognostiziert war dieser nicht, jedoch auch glücklicherweise nicht von allzu langer Dauer. Ich bin übrigens jetzt mit meinem Südtiroler Reisegefährten Markus unterwegs. Matthias der Schweizer ist bereits am Weg am Richtung Bukarest, wo er den Rückflug nimmt.

Dass auch die Bulgaren überaus gastfreundlich sind, bewies uns Pascal. Im Vorbeifahren rief er uns aus seinem Garten etwas auf bulgarisch zu. Nach einigen Verständigungsschwierigkeiten bat er uns zu sich hinein. Seine Enkelin half später beim Übersetzen.

Er ließ es sich nicht nehmen uns selbstgemachten Rotwein, Rakia und Obst aus eigenem Anbau als Reiseproviant mitzugeben. Allzu viel davon werden wir allerdings heute nicht trinken. Morgen steht wieder eine lange und harte Tour an.

Bei der Einfahrt in unser heutiges Etappenziel Nikopol fiel uns ein langer Stau von LKW’s auf. Nach Rücksprache mit den Fahrern wurde uns erklärt, dass sie alle auf die Überfahrt mit der Fähre nach Rumänien warten. Die Fähre über die Donau nimmt nur fünf Sattelauflieger auf, so kann die Wartezeit schon mal 17 Stunden betragen (Liebe Grüße an dieser Stelle an meinen Papa 😉). Die nächste Donaubrücke von Ruse nach Giurgiu in Rumänien ist 135 km entfernt. Dort soll der Stau für LKW’s allerdings noch länger sein. Die Region liegt an der Transit Strecke in die Türkei, dies erklärt das hohe Verkehrsaufkommen. Fehlende Teilnahme am Schengenabkommen der Länder und unzureichende Kapazitäten bei der Abfertigung tragen das ihrige dazu bei.

Wir übernachten in Nikopol im Hotel Gold. Dabei sind wir die einzigen Gäste in diesem überdimensionierten, etwas in die Jahre gekommenen Schuppen. Die veralteten und einsamen Gänge riefen mir Erinnerungen an den Film ‚Shinning‘ hervor. Hoffen wir, dass die Nacht ruhig verläuft 😅.

Donaufähre mit LKW’s bei Nikopol
Verrückter Sonnenuntergang mit Regenbogen

13 Gedanken zu „Bulgarien von West nach Ost

  1. Servus Jacob,
    Verfolge seit einiger Zeit deine Reise bzw. deine Berichte (die sind cool und informativ).
    Ich finde es sehr mutig diese Reise alleine abzustrampeln. Wünsch dir weiterhin alles gute und toi, toi, toi dem Hintern.
    LG Sepp

  2. …und wieder so eine nette Begegnung in Bulgarien!
    So einen tollen Reisebericht könnte ich heute von unserer Wanderung von Corniglia über Volastra nach Manarola nicht verfassen.
    Bei mir ist morgen die Heimreise angesagt! Machs gut, Jacob!!!!
    Deine Mama

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