TransAustria Tag 7
The End.

7 Etappen, 6 1/2 Tage, 7 Bundesländer, 5 Länder. Dabei sind wir 898 Kilometer geradelt und 8.750 Höhenmeter geklettert. Das sind die Hardfacts dieser Trans Austria Tour.
Zum letzten Tag: Das Wetter war heute wieder auf unserer Seite. Gestartet morgens in Mürzzuschlag ging es über den Semmering. Von der steirischen Seite keine allzu große Herausforderung. Weiter ging es dann vorbei an Gloggnitz, Ternitz Richtung Eisenstadt.

Dort haben wir dann erstmal gemütlich Mittagspause gemacht. Die letzten Kilometer radelten wir auf dem viel befahrenen Radweg entlang des Neusiedlersees, den wir allerdings nie zu Gesicht bekamen.

Die letzte Etappe war zwar kilometermäßig lang, aber enthielt dafür keine nennenswerten Steigungen. Nachträglich kann ich klar festhalten: es gibt aufregendere Bundesländer zum Radfahren als das Burgenland, aber wer es gerne eintönig mag …




Unser eigentliches Ende der Tour sollte Deutsch Jahrndorf sein. Weil es dort aber ohnehin keinen Bahnhof gibt und sich das Dreiländereck mit der Slowakei und Ungarn unweit davon befindet, haben wir es uns nicht nehmen lassen auch diese beiden Länder mitzunehmen. Wir haben also neben Liechtenstein und der Schweiz am ersten Tag auch noch Slowakei und Ungarn zumindest kurzzeitig befahren. Nachdem wir das dann auch hinter uns gebracht hatten, verpassten wir leider den geplanten Zug von Kittsee nach Wien. Somit fuhren wir dann noch ein Stück weiter nach Pama. Dort war dann endgültig Schluss mit Radfahren. Ende der Trans Austria. Am letzten Tag nochmal 170 km gestrampelt. Von Pama mit dem Zug nach Wien und von dort weiter nach Hause.
Ein Professor während meiner Studienzeit in Steyr prägte einst den Ausdruck: „Ohne Leid kein Orgasmus“. Damals sorgte er mit dieser Aussage für heftige Kontroversen unter den Studenten. Heute, während der Fahrt ist er mir wieder in Erinnerung gekommen. Meinte der hoch angesehene Professor damals wohl (hoffentlich) nicht den sexuellen Höhepunkt, sondern den Erfolg bestandener Prüfungen nach vielen vielen Stunden des Lernens. Im Kern, lege ich den Ausspruch auch auf diese Tour um. Große Belohnungen erfordern Anstrengung, Durchhaltevermögen und auch mal ein bisschen Frust. Allesamt Dinge die ich während der Radfahrt erlebt habe.
Der Erfolg bei dieser Tour entsteht jedoch für mich nicht durch das ‚Leiden‘ sondern der Überwindung aller Schwierigkeiten. Am Ende fühlt es sich großartig an weil ich es einfach durchgezogen habe. Trotz magerer Trainingsbasis, trotz Gegenwind, Regen, Kälte und Hitze, trotz müden Beinen, trotz innerer Zweifel. Genau das macht für mich den Erfolg der Tour aus.

Sieben Tage Radfahren sind so einfach, dass viele Alltagsprobleme in den Hintergrund geraten:
- Treten
- Trinken
- Essen
- Schlafen
- Weitertreten
Mehr ist es nicht. Der Kopf wird klar und frei. Deshalb liebe ich es so.
Bis bald!
Und vielen Dank an alle die wieder mitgelesen haben!
Danke an Thomas fürs Begleiten, stets positive Einstellung und den Windschatten.
4 Gedanken zu „TransAustria Tag 7“
Gratuliere euch ,unglaublich was ihr alles schafft,bin mächtig stolz auf euch 👍💪🙏🧚☀️🚴🍀🌍
Danke liebe Ulli!
Jacob wir haben es wieder durchgezogen. Ich bin so stolz auf dich, dass du es trotz des mangelnden Training im Vorfeld wieder bis zum Schluss durchgezogen hast. 💪 Wie immer war es mir eine Ehre mit dir einfach nur Radeln und tolle Sachen zu erleben! 😉
🖤