TransAustria Tag 6
‚Die Erlebnisse von heute sind die Erinnerungen von morgen.‘

Sechs Tage sind wir nun schon unterwegs. Haben wir uns gestern noch gewundert, dass bisher fast alles nach Plan lief und wir keine großen Geschichten über die Reise zu erzählen haben, kam es heute anders.
Der prognostizierte Regen ist eingetreten. Deshalb haben wir morgens erstmal ganz gemächlich gestartet. Langes Frühstück im schönen JUFA Hotel in Judenburg. Von dort stammt übrigens auch das Zitat aus dem Titel des Beitrags. Der Regen hat leider nicht so schnell aufgehört also haben wir uns trotz Schauer auf den Weg gemacht.
Erstes Ziel der Etappe war die Radwerkstatt von Willibald in Knittelfeld. Thomas‘ Schaltung musste hergerichtet werden. Das Schaltseil war kaputt und wurde dort erneuert. Exzellenter Service und ein überaus freundlicher Besitzer machten den Stopp zu einem angenehmen Erlebnis. So etwas findet man wirklich selten. Absolute Empfehlung! Obendrein hat er uns auch noch kostenlos mit Riegeln und Radflaschen versorgt.

Lange hat es nicht gedauert, dann hatten wir nach dem Boxenstopp die nächste Herausforderung – Platten bei meinem Hinterrad. Das ganze auch noch mitten im Regen. Wir haben bei einer Scheune Unterschlupf gesucht und den Schlauch getauscht.


Leider hat es nur ein paar Minuten gedauert, da war der selbe Reifen wieder platt. Wieder im Regen, wieder bei einer Scheune untergestellt und den kaputten Schlauch geklebt. Diesmal hat der Reifen zum Glück gehalten.
Der Regen jedoch, der hat uns weiter begleitet. Wir haben ziemlich gefrohren, aber wollten unbedingt weiter.

Weiter gings am Weg entlang von Mur- und Mürzradweg durch Niklasdorf, Bruck, Kapfenberg, Kindberg und Krieglach. Um fünf dann endlich die Erlösung – kein Regen mehr und sogar die Sonne kam ein bisschen hervor.
Angekommen nach 113 km in Mürzzuschlag in der Villa Lambach. Eine extravagante Unterkunft mit super Ausblick über die Stadt.


Zugegeben man muss schon ziemlich verrückt sein, so eine lange und harte Strecke Tag für Tag zurückzulegen. Dann auch noch bei Regen wie heute weiterzufahren setzt dem Ganzen noch eins drauf.
Mein Nacken fängt täglich nach ein paar Stunden an zu schmerzen, das Sitzen am Sattel ist sowieso dauerhaft unangenehm für Popo und andere Weichteile, die Beine sind schwer und das linke Knie zwickt auch schon ein bisschen.
Dennoch ans Aufgeben habe ich nie wirklich gedacht. Immer wieder gibt es zwischenzeitliche mentale Downs wo ich mir denke: Bleib doch einfach an Ort und Stelle stehen und gönn dir einen Ruhetag. Wozu tust du dir das überhaupt an? Aber ich bin leidensfähig und nach jedem Tief gibts ein Hoch. So wie auch beim Wetter.
Das Ziel vor Augen treibt mich an, immer weiterzufahren. Wenn alles klappt sind wir morgen an der östereichisch-ungarisch-slowakischen Grenze und damit am Ziel der Trans Austria angekommen. Und morgen soll das Wetter ja auch wieder besser werden.
4 Gedanken zu „TransAustria Tag 6“
Ihr 2 seid einfach unglaublich 😄 soviel Ausdauer und Durchhaltevermögen ist wirklich bewundernswert.
Und wie immer warte ich abends schon voller Vorfreude auf deine tollen Reiseberichte lieber Jacob 😅
Wünsch euch für die restliche Zeit eures Abenteuers noch alles Gute, Martha
Liebe Martha,
es freut mich sehr zu lesen dass du auch in diesem Jahr wieder mitliest! Danke!
Heftige Performance!
G
Lieber G,
Danke für deine Anerkennung! Gerade von dir das zu hören, tut immens gut