Das Eiserne Tor

Das Eiserne Tor

Habe ich gestern bereits vor der Schönheit der Landschaft geschwärmt, so muss ich heute noch einen drauf setzen.

Der heutige Start verlief allerdings alles andere als vielversprechend. Regen und starker Wind ließen uns nur schwer in die Gänge kommen. Was dann kam hat allerdings all unsere Erwartungen übertroffen. Für Markus und mich der absolut schönste Abschnitt unserer Fahrradreisen – da waren wir uns schnell einig. Nur unser Schweizer Kollege Matthias stellte das Stift Melk noch höher in seinem persönlichen Ranking 😄.

Ich war mir zwischenzeitlich nicht mehr sicher, ob das noch die Donau sein kann die im oberen Bereich zwischzeitlich so eintönig durch die Landschaft dahinrinnt. Ich fühlte mich erinnert an Küstenregionen am Meer oder Fjorde in Norwegen. Die Straßenverhältnisse entlang des Eisernes Tores waren einsame Klasse. Radweg gab es zwar keinen, aber dafür war der Asphalt brandneu. Trotz der jetzt deutlich kälteren Temperaturen, war es mit ein bisschen Rückenwind ein perfekter Tag am Rad.

Magisch

Zur Landschaft gibt es nur ein Prädikat: unbeschreiblich schön. Das Gebiet Eisernes Tor gilt als eines der imposantestens Taldurchbrüche Europas. Bei Schiffern in früheren Zeiten ein gefürchteter Flussabschnitt, so manches Schiff zerschellte an den bis zu 300 Meter hohen Felswänden oder den gefährlichen Wirbeln. An der engsten Stelle nur 150 Meter breit, aber dafür über 90 Meter tief. Auf einer Länge von 100 km schlängelt sich die Donau durch diese imposanten Schluchten. Hier ist die Donau noch wild und naturbelassen, auch wenn es mittlerweile zwei Kraftwerke gibt, deren Dimensionen einen nur so Staunen lassen. 1964 beschlossen die Regierungen von Jugoslawien und Rumänien den Bau des Kraftwerks Eisernes Tor I. Dazu wurden 25.000 Menschen umgesiedelt und mehrere Dörfer geflutet. Mit 2280 Megawatt ist es das stärkste Laufkraftwerk der Donau. Zum Vergleich unser stärkstes Donaukraftwerk in Altenwörth hat ’nur‘ eine Leistung von 328 MW. Seit dem Bau der beiden Kraftwerke ist die Strecke für Schiffe gefahrlos passierbar.

Die Statue des Decebalus ist die höchste Felsskulptur Europas und eines der Wahrzeichen des Eisernen Tores. Die Uferregionen sind übrigens unter Naturschutz und ein Paradies für Flora und Fauna.

Statue des Decebalus

Passt nicht zum heutigen Beitrag, will ich aber los werden, weil ich es unglaublich finde: Serbien ist ein wahres Raucherparadies. Rauchen im Restaurant ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Hier wird sogar während des Essens am Tisch geraucht. Ungewohnt für uns Mitteleuropäer. Wir sitzen daher statt im Qualm lieber draussen in der Kälte.

An Tagen wie diesen fühle ich mich besonders gesegnet das Privileg zu haben eine Reise wie diese machen zu dürfen. Ich bin dankbar dafür, dass es mir so gut geht und auch mein Rad weiterhin alles standhält. Die Orte die ich gesehen habe sind von unheimlicher Schönheit, die Menschen denen ich begegnet bin eine Inspiration. Und das schöne, die Reise ist noch lange nicht zu Ende.

15 Gedanken zu „Das Eiserne Tor

  1. Lieber Jacob, du solltest Reiseschriftsteller werden.
    Freu mich sehr, dass mich Traude jetzt nochmals daran erinnert hat, Deinen Blog zu lesen.
    Pass gut auf dich auf und ich freu mich, wieder Neues von dir zu lesen.
    Bussi von der alten Tant.

  2. Wirklich toll zu lesen wie deine Reise verläuft und auch echt cool, dass du Gleichgesinnte angetroffen hast. Naja, und das imposante Foto „Magisch“, das du hier mit uns teilst, lässt uns nur erahnen wie eindrucksvoll es in natura aussieht! Gute Weiterreise 🙂

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